Werner Wagner

Werner Wagner zeigt uns die Welt der Pflanzen aus der Ameisenperspektive. Zwei bis vier Meter hoch und bis zu 8 Meter breit sind seine Gemälde. Und doch haben sie nichts Wuchtiges an sich. Werner hat sich als Bildträger ein zartes Gewebe aus Metallfäden ausgewählt. Wie eine Fahne fällt das Gewebe von der Decke herab und schimmert ganz wenig, wenn es sich im Luftzug bewegt.
Die frei im Raum hängenden Bilder können von beiden Seiten betrachtet werden.
Auch die Pflanzen selbst zeigt uns der Künstler von unten. Es sind oft Bauerngartenblumen, die er auf dem Grundstück des Allgäuer Hofes findet, wo er zusammen mit der Bildhauerin Cornelia Sayle lebt.
Die Poesie der Blumen fasst Werner gelegentlich auch in Worte, die er wie chinesische Schriftzeichen im Bild platziert. Es sind persönliche Zitate und Satzfetzen, die nicht unbedingt gelesen werden müssen. Diese Worte wirft er mit ebenso lockerer Hand ins Bild wie die Stengel und Blütenblätter.
Diese Bilder haben trotz ihrer monumentalen Größe etwas Flüchtiges. Sie halten einen Augenblick, eine zufällige Stimmung der Natur fest. Ein kraftvolles, sinnliches Fest für die Augen, an dem wir Betrachter wie kleine Bewohner dieser Wiesenwildnis teilhaben dürfen.
Werner Wagner studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Butz und Prof. Spoerri. Er beteiligt sich regelmäßig an Ausstellungen im süddeutschen Raum und in Italien.
Das Forum Botanische Kunst zeigt Arbeiten von Werner Wagner u. A. zusammen mit Plastiken von Cornelia Sayle in der Ausstellung “Summerblues” vom 29. August bis 24. Oktober 2010.




