Agelinde Scholl

Seit vielen Jahren widmet sich Agelinde Scholl fotografierend und zeichnend bestimmten Erscheinungsformen von Pflanzen. Innerhalb ihrer breit gestreuten Themen bilden sie einen wichtigen Schwerpunkt, lässt sich doch an ihnen nachvollziehen, was die Künstlerin besonders beschäftigt: die Spuren der Zeit.
Es faszinieren sie deshalb Pflanzen, sobald Reife, Verblühen, Vergehen und Auflösung deren individuellen Charakter geprägt haben.
Nicht Verfall interessiert sie in erster Linie, sondern Lebensspuren, die von der Kraft und Energie des Anfangs erzählen, wie z.B. in der Serie großformatiger Pinselzeichnungen „Vitale Reflexe“, die auf Zucchinipflanzen zurückgehen.
Gleichzeitig findet sie die Bauprinzipien der Pflanzen ungemein spannend, die sich enthüllen, wenn alles „Fleisch“ von den Blättern und Früchten verschwunden ist (Pflanzenhüllen: Wild Cucumber).
Die Strukturen, die Agelinde Scholl dabei für sich herauslöst, zeichnet sie frei abstrahierend, immer wieder auch in expressiv übersteigerter Form oder manchmal ins Surreale getrieben, wobei das Schwarz/Weiß sowohl in der Fotografie als auch in der Zeichnung ihren Intentionen am besten entspricht.
Ihre Anregungen bezieht sie vor allem aus einem großen, sehr „naturbelassenen“ Garten. Kohlrabi und Pfingstrosen, Grünkohl und Hibiskus haben sie gleichermaßen zu größeren Serien angeregt.
Agelinde Scholl wurde 1943 in München geboren, studierte an der dortigen Akademie der Bildenden Künste in der Klasse von Prof.Franz Nagel, hat lange als Kunsterzieherin unterrichtet, ist seit 1995 Mitglied der Künstlergruppe DIE BURG in Burghausen und beteiligt sich seitdem regelmäßig an deren Aktivitäten und Ausstellungen.




