Christina Jüttner

Künstlerfoto

Christina Jüttner ist jeden Tag draußen.  Spaziergänge sind ihre ständige Inspirationsquelle, und auch in ihren Bildern kann, ja soll man spazieren gehen. Als Theater mit Haupt- und Nebenakteuren bezeichnet sie ihre Ölgemälde, und von Akteuren wimmelt es geradezu. Zweige, Nadeln, frisches und verrottetes Laub, bizarre Formen von Moos und Flechten bilden Kulisse und Darsteller ihres „Naturtheaters“ zugleich. Das sie auch das Ornament liebt, ist offensichtlich. Die chaotisch strukturierten Moosteppiche, einen Vorhang aus blütenbehangenen Zweigen mit zufällig verteilten Objekten gestaltet sie in ihren Bildern so harmonisch, dass sie an orientalische Teppiche erinnern.

Christina Jüttner wuchs in Ungarn auf, für ihr Malereistudium kam sie nach Deutschland. Die deutschen Maler der Romantik wie Philipp Otto Runge und Caspar David Friedrich, doch auch der zeitgenössische Maler Gerhard Richter zählen zu ihren Vorbildern. Doch auch die Begeisterung für die niederländischen Vanitas Maler, für ihre Art das Licht aus dem Schatten zu modellieren, kann man unschwer in ihren Bilder erkennen.

Fotografien dienen ihr als Inspiration und Gedankenstütze, ihre feinteilige Malerei beginnt sie ohne Vorzeichnung direkt auf dem grundierten Holz. Bei allem Fotorealismus schafft sie Bilder in einer unverwechselbaren Handschrift. Ihr Pinselduktus wechselt mit dem Motiv, jede Moos Art bekommt ihren eigenen Pinselstrich. Im Wechsel von Lasuren und deckendem Farbauftrag entstehen Bilder, die man fast mehr der Landschaftsmalerei als dem Pflanzenportrait zuordnen möchte.