Beate Sellin

Künstlerfoto

Wie eine Malerin, die jahrelang Industriebauten und Kampfflugzeuge gemalt hat, auf Johannisbeeren kommt, bleibt etwas rätselhaft. Wahrscheinlich sind es die glänzenden Oberflächen, die glatten Rundungen und komplexen Konstruktionen, die eine Verwandtschaft der Früchte zu den sonstigen Themen der Künstlerin haben. Die Johannisbeere ist für Beate Sellin jedenfalls der Inbegriff von Frucht, man sieht förmlich schon den Saft darin. Das gleichzeitig sichtbare Auflicht und Durchlicht gibt ihren riesenhaften Ölgemälden etwas Geheimnisvolles. In den Hintergründen und Schatten verlässt sie jeden Fotorealismus und erhebt die handballgroßen Beeren zu wahren Pop-Ikonen.

In ihren neuen Bildern zeigt sie sich öffnende Blütenköpfe sowie Bilder von botanischen Nanoaufnahmen, die oft fast außerirdisch bizarre Formen haben.

In ihren farbgewaltigen Bildern findet sich kein Schwarz, nur lasurgeeigntete Pigmente wie Krapplack oder Cromoxidgrün “feurig” erzeugen die brillanten Töne und tiefen Schatten, die die Beeren so verführerisch leuchten lassen.
Beate Sellin studierte zunächst Musik und gab etliche Jahre Geigenunterricht. 1998 vollzog sie dann eine radikale Wende in ihrem Leben, zog nach Stuttgart und studierte Malerei bei Prof. Holger Bunk. Seitdem ist sie leidenschaftliche Malerin, verbringt jede mögliche Minute in ihrem großen Dachstudio und beteiligt sich an zahlreichen Ausstellungen. Einige ihrer Werke waren 2011 auf der Art Karlsruhe zu sehen.

Beate Sellins “Fruchtstücke” waren ein visueller Vitaminschub in unserer Ausstellung “All you can eat - Obst und Gemüsevariationen”. Ihre prächtigen Blütenbilder zeigte sie in der Austellung “Fleur fatale” 2012.