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Andreas Hentrich

Die Bildwelt von Andreas Hentrich zieht den Betrachter zu Boden. So nahe wird einem das gemalte Laubwerk vor Augen geführt, dass man meint, in einem Park in die Knie gegangen zu sein und sich so tief über den Blätterteppich gebeugt zu haben, dass das Auge nur noch einen winzigen Ausschnitt überblicken kann. Die einzelnen Blätter fügen sich in bestechender Harmonie zu einer Fläche zusammen, die trotz des chaotischen Bildmotivs nicht zufällig wirkt.

 

Andreas Hentrich wählt für jedes Bild ein reduziertes Farbspektrum aus, das er mit einem Reichtum an Nuancen füllt. Kleinste Tupfer von Kontrastfarben, etwa gelbe Lichtkanten entlang von violetten Blatträndern, bringen das Bild zum Funkeln. Was auf den ersten Blick wie Fotorealismus aussieht, ist genauer betrachtet eher eine Form der Farbfeldmalerei.

Portrait Andreas Hentrich

In „Tagwerken“ von einigen Quadratzentimetern setzt er winzige Farbflächen in Prima-Malerei aneinander. Das Gerüst hierfür gewinnt er aus einer Fülle von Fotografien. In mehreren Selektionen sucht er mittels Schablonen nach Ausschnitten, die seinem Anspruch an Harmonie und Abstraktion genügen. Die Komposition des Bildes entsteht ausschließlich durch die Suche nach einem vollkommenen Ausschnitt und die Wahl des dafür perfekten Bildformates. Nach Inhalten strebt Andreas Hentrich nicht.

 

Ihm genügen die Grundelemente der Malerei: Farbe, Form, Licht und Raum. Auf meditative Weise taucht er in das Handwerk der Malerei ab. Eine Ausnahme bildet eine Serie Bambusaquarelle, die er während eines Studienaufenthaltes in Kobe, Japan begann. Als traditionelles Motiv der japanischen Tuschemalerei bringt der Bambus seine eigene Bedeutung mit; oft wird durch ihn der leere Raum zwischen seinen Stängeln und Blättern greifbar, der das eigentliche Bildthema ist. Genauso verwendet ihn Andreas Hentrich, die Bambusrohre lassen das Papier zu einem Raum werden. In seinen Bildern Stille und Raum für eigene Gedanken des Betrachters zu lassen, ist dem Maler wichtig. Seine Serie „Scheiben“, klassische Rundbilder, sind einfach zu drehen. Sie erlauben es ihrem Besitzer, immer wieder neue Positionen auszuprobieren und mit seinem eigenen Harmonieempfinden zu spielen.

Andreas Hentrich ist gelernter Gemälderestaurator und betreibt seit 1990 sein Künstleratelier in Köln. Er ist in verschiedenen Galerien vertreten und wird auf nationalen wie internationalen Kunstmessen präsentiert.

Er ist Mitglieder der American Society of Botanical Artists, eines seiner Werke wurde in die Sammlung des Hunt Institute of Botanical Documentation in Pittsburgh aufgenommen. In internationalen Botanical Art Ausstellungen ist er regelmäßig präsent, so zum Beispiel in London, New York, Krakau. 2021 schuf er zwei Werke für das Grootbos Florilegium in Südafrika. Mehr zu diesem spannenden Projekt, zu dem 44 Künstler*innen aus Südafrika und anderen Ländern eingeladen waren, finden Sie hier.

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